Erfahrungen anderer Eltern

Hier findest du Erfahrungen mit dem ELTERN.training: ausführliche Rückmeldungen von Eltern aus früheren Auflagen, Präsenz-Trainings und begleitender Elternarbeit.

Es geht nicht um perfekte Familien oder schnelle Lösungen. Es geht um Veränderung im Alltag: anders zuhören, klarer sprechen, eigene Muster erkennen und gesunde Kommunikation mit Kindern üben.

Einige Angaben wurden gekürzt oder anonymisiert.

Holzbank an einem Waldweg mit Ausblick über eine weite Landschaft; ein zusammengeklappter Regenschirm lehnt an der Bank, als Zeichen dafür, dass hier schon jemand innegehalten hat.

Andere Eltern sind diesen Weg bereits gegangen.

Ausführliche Erfahrungsberichte

In den folgenden Berichten erzählen Eltern ausführlicher, was sie im Training erlebt haben, was ihnen geholfen hat und was sich in ihrem Familienalltag verändert hat.

Sibylle: "Es gibt für mich kein Zurück!"

Sibylle fand sich selbst im Ton zu unbeherrscht und aggressiv gegenüber ihren Kindern. Sibylle hat das ELTERN.training mehrfach wiederholt und damit ihr Familienleben deutlich verändert. Denn der Umgang mit den drei Kindern ist viel entspannter und erfüllender geworden.

"Vom Gesamtpaket Kinder überrascht."
Was war der Anlass für deine Teilnahme am ELTERN.training?

Das Leben mit drei Kindern hatte ich mir leichter vorgestellt. Was das Gesamtpaket Kinder anbelangt, war ich überrascht, wie anstrengend es war. Vor allem wusste ich nicht, wie ich mit den vielen Konflikten umgehen sollte, die täglich auftraten. Außerdem empfand ich mich als zu ungeduldig und aggressiv. Während das älteste Kind still vor sich hin litt, reagierte das mittlere Kind mit Trotz. Gleichzeitig litt mein Selbstbewusstsein. Denn ich dachte, dass andere Mütter von Natur aus viel besser mit ihren Kindern umgehen würden. So war mein Eindruck, dass sie besser zuhörten und ein stärkeres Nervenkostüm hatten. Auf jeden Fall hat mich das Eltern-Onlinetraining, das ich mit meinem Mann ergänzend zu einem Präsenztraining machte, ein großes Stück weitergebracht.

"Aktiv Zuhören ist die halbe Miete, um Familienklima zu entspannen."
Was half dir besonders?

Gesunde Kommunikation ist wie eine Fremdsprache. Sie lässt sich nicht von heute auf morgen lernen. Deshalb habe ich mich erst mal nur auf einzelne Aspekte konzentriert, vor allem auf das Aktiv Zuhören. Tatsächlich ist Aktiv Zuhören bereits die halbe Miete, um das Klima in der Familie zu entspannen. Denn damit lässt sich zuhören und unterstützen, ohne sich selbst in den Problemen der anderen zu verheddern.

Außerdem habe ich versucht, meine Kinder richtig zu loben. Richtig loben heißt, konkret das Verhalten des Kindes, die positiven Folgen und das eigene Gefühl zu benennen, das dadurch entsteht. Den positiven Effekt dieser Wertschätzung bemerke ich immer wieder. Wenn ich wie früher sage: "Ein schönes Bild, toll!", schaut das Kind meist betreten weg. Dagegen schaut es mich offen an, wenn ich stattdessen sage: "Du malst ein Bild mit vielen Farben. Das wirkt fröhlich und macht mir gute Laune."

Mittlerweile habe ich das Eltern-Onlinetraining schon zweimal wiederholt. Für einen Durchgang brauche ich etwa drei bis vier Monate, wenn ich mich immer mal wieder abends damit beschäftigte. Irgendwann mach ich auch noch eine dritte Wiederholung. Denn dabei finde ich immer wieder aufs Neue total spannende, neue Inspirationen. Gerne möchte ich mich auch noch mal auf die Vorbeugende Ich-Botschaft konzentrieren. Ich hoffe, dass ich dazu noch ein paar neue Formulierungshilfen finde, die meine Kinder noch nicht kennen.

"Ich kann mich zurücklehnen, ich muss mich nicht einmischen."
Was ging dir nahe?

Die allerschönste Erfahrung mit Aktiv Zuhören hatte ich gleich bei meinem ersten ernsthaften Versuch, es anzuwenden. Auslöser war, dass mein ältester Sohn während des Unterrichts in der dritten Klasse beim Star-Wars-Karten-Tauschen mit einem Freund erwischt worden war. Als er abends ein Bild gemalt hat, habe ich gefragt: "Was machst du denn da?" Er müsse zur Strafe ein schönes Bild für die Lehrerin malen, dann bekäme er die Karten wieder zurück, erklärte er. Er gab sich sehr viel Mühe! Trotzdem gab ihm die Lehrerin am nächsten Tag die Karten nicht wie versprochen wieder. Ich fand das so ungerecht!

Normalerweise wäre ich durch die Decke gegangen! Statt meinem Kind zuzuhören, hätte ich das Problem übernommen und die Lehrerin aufgebracht angerufen. Doch jetzt wollte ich mich im aktiven Zuhören beweisen. Also ich wollte nicht meine eigenen Gefühle ausleben, sondern nur auf meinen Sohn eingehen.

Er war ebenfalls sehr wütend. Er tobte 40 Minuten lang und belegte die Lehrerin mit allen erdenklichen Schimpfworten. Zum Glück gelang es mir die ganze Zeit zu spiegeln, was ich sehe und höre. "Du bist richtig stocksauer!", "Du hast kein Vertrauen mehr zu der Lehrerin!", sagte ich zum Beispiel. Und mein Sohn schleuderte mir die 'Jas' nur so entgegen.

Wie geht’s jetzt weiter?", überlegte ich, als er nach 40 Minuten immer noch tobte. Und da fiel mir ein, was ich im Training gelernt hatte: Wenn sich einer total verrennt, dann können Rückfragen sinnvoll sein. Und so fragte ich: "Habe ich dich richtig verstanden? Du möchtest, dass ich die Lehrerin jetzt anrufe und mich beschwere?" Da kam, was ich nicht erwartet hatte, nämlich ein brüllendes Nein!

Mein Sohn wollte auf gar keinen Fall, dass ich eingreife! Hätte ich wie gewohnt gehandelt und mich direkt bei der Lehrerin beschwert, hätte ich also nicht nur Streit mit der Lehrerin bekommen. Ich wäre auch in einen Konflikt mit meinem Sohn geraten. Tatsächlich aber brauchte mein Sohn mich nur als Zuhörerin. Denn er zog seinen eigenen Schluss. Das heißt, für ihn war die Lehrerin erst mal durch. Er war gewarnt. Zwei Tage später bekamen er und sein Freund die Star-Wars-Karten wieder zurück. Ein Jahr später habe ich mal gefragt, wie es ihm denn mittlerweile mit der Lehrerin ginge – er hatte sie immer noch in Englisch. Er antwortete: "Alles ok."

Damals habe ich gemerkt: Ich muss mich nicht einmischen. Ich darf mich auch mal zurücklehnen. Denn ich kann meinem Sohn vertrauen. Er weiß, was gut für ihn ist. Er kann Konflikte selbst tragen.

Was hat sich in deiner Familie verändert?

Nach wie vor bin ich ein wenig entspannter Mensch. Aber ich verhalte mich deutlich weniger aggressiv! Dank der gesunden Kommunikation gelingt es mir zu Hause immer wieder, ins Gespräch zu gehen, und vor allem auch, unseren Kindern Werte zu vermitteln. Ich möchte nicht wissen, wie unsere Familiensituation heute wäre, wenn ich dieses Training nicht gemacht hätte. Ich möchte die gesunde Kommunikation niemals missen! Es gibt kein Zurück mehr.

Sicher, nicht immer kommt diese neue Sprache gleich gut an. Der Große, der jetzt in der Pubertät ist, äfft mich manchmal nach, wenn ich Ich-Botschaften formulieren. Ich weiß dann, dass er genervt oder schlecht drauf ist. Aber wenn es um wirklich wichtige Themen geht, ist die gesunde Kommunikation total hilfreich. Sie ist auch nützlich, wenn es um Organisatorisches geht, wie zum Beispiel die Planung eines Auslandsaufenthalts für den Sohn. Denn wer gut zuhört und gut nachfragt, vermeidet Missverständnisse. So wird alles von Anfang an richtig geplant.

Früher habe ich oft versucht, die Probleme der Kinder zu lösen. Heute dagegen kann ich zuhören und Verständnis zeigen. Deshalb kommen die Kinder zu mir, wenn sie wirklich große Probleme haben. Sie wissen, dass sie sich mir anvertrauen können. Und sie wissen auch, dass ich sie nicht mit Vorschlägen zutexte. Manchmal frage ich sie, ob sie einen Tipp von mir wollen, und hin und wieder stimmen sie zu. Das ist dann etwas ganz anderes, als wenn ich sie ungefragt mit Ratschlägen konfrontieren würde, die sie gar nicht hören wollen.

Was möchtest du gerne anderen Eltern weitergeben?

Gesunde Kommunikation ist wie eine kleine Fremdsprache und damit eine Herausforderung. Vor allem das Erlernen der Ich-Botschaften sorgt für manche Knoten in der Zunge. Aber Gesunde Kommunikation lässt sich nach und nach lernen. Und sie hilft immer!

Richard: "Als wenn hinter dem Papa ein Schutzengel stünde …"

Richard hat eine Tochter mit Trisomie 21 und einen Sohn. Der besondere Zeiteinsatz für die Pflege und auch die Sorgen um Gesundheit und Entwicklung der Tochter führten zu einem angespannten Familienklima. Konflikte stauten sich an und kochten hoch.

"Der Karren steckte fest."
Was war der Anlass für deine Teilnahme am ELTERN.training?

Unsere Tochter hat Trisomie 21. Als Familie waren wir an einem Punkt, an dem es nicht mehr weiterging. Auslöser unserer Konflikte waren die intensive Pflege unserer Tochter und die fehlende Unterstützung durch eine Schulassistenz. Auch unser zehnjähriger Sohn litt, weil Konflikte hoch kochten und destruktiv verliefen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Karren steckte fest.

"Gesunde Kommunikation stoppt zerstörerische Emotionen."
Was half dir besonders?

Zuerst habe ich das Aktiv Zuhören zu meiner Rettungsweste gemacht. Wenn ich gemerkt habe, dass die fünf Sätze, die ich soeben gesagt habe, dazu führen, dass ich in einem Konflikt untergehe, habe ich mich schnell in diese Rettungsweste geworfen. Nach und nach wurde ich immer sensibler für die subtile Gewalt in der Sprache. Und ich habe angefangen, während des Fernsehens für Filmszenen im Geist neue Dialoge zu schreiben. Denn ich dachte: "Dieser Konflikt muss doch besser zu lösen sein!"

Grundsätzlich sehe ich, dass gesunde Kommunikation zu einem Wandel der eigenen Gedanken führt, sowohl anderen Menschen gegenüber als auch sich selbst gegenüber. Denn sie hilft, Beobachtungen und Bewertungen voneinander zu trennen. Auf diese Weise lassen sich zerstörerische Emotionen stoppen.

"Immer wieder überrascht von positiven Reaktionen."
Was ging dir nahe?

Wenn ich es geschafft habe, gesund zu kommunizieren, war ich jedes Mal überrascht über die positiven Reaktionen meiner Frau und meiner Kinder. Vor allem den Kindern tut es gut, dass ich meine Worte reflektiere. Es ist für sie, als wenn hinter dem Papa ein Schutzengel stünde. Ein Schutzengel, der den Papa auch mal an die Leine nimmt, wenn er anfangen will, wie ein bissiger Hund zu reden.

Was hat sich in deiner Familie verändert?

Früher ging ich stets mit vollem Elan an eine Sache, aber habe mich zurückgezogen, wenn es nicht so klappte, wie ich es wollte. Heute kann ich sagen: Ich brauche kein Karacho – und ich muss mich auch nicht beleidigt zurückziehen. Denn ich habe die gesunde Kommunikation in der Hand. Dieses Werkzeug hilft enorm, Lösungen für alle möglichen Probleme zu finden.

So kann ich heute mit meiner Frau über nahezu alles reden. Und wir können vieles relativ zügig in irgendeine Form bringen. Oder aber wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind. Schlimmer ist schließlich, wenn man sich noch nicht einmal einig darüber ist, worüber man sich nicht einig ist. Ich habe mittlerweile viel mehr Respekt meiner Frau gegenüber.

Und die Kinder? Ich denke, sie spüren einfach, dass jemand da ist, der sich für ihre Bedürfnisse interessiert. Sie spüren auch, dass sie ein authentisches Gegenüber haben, das zwar nicht perfekt, aber immer ansprechbar ist. Vor allem schützt gesunde Kommunikation Kinder vor Machtanwendung. Ich denke, Macht ist das schlechteste Mittel, um Kinder zu beeinflussen. Wenn ich heute mal schreie, dann schreie ich nicht mehr verletzend. Ich sage dann nicht: "Du machst mich wütend", sondern "Ich bin total wütend!" Das macht in der Wirkung einen enormen Unterschied! Und wenn ich wieder runtergekommen bin, können wir über alles reden.

Unsere Kinder neigen heute wenig dazu, über sich selbst zu urteilen. Trotz ihrer schweren Lernbehinderung bricht unsere Tochter nicht das Kreuz über sich. Sie ist nicht mutlos. Wir Eltern versuchen immer, ihre Besonderheiten neutral respektvoll zu benennen. Meine Tochter ist eine große Lehrerin vom Glücklichsein. Früher habe ich gedacht, man müsse viel leisten, um froh sein zu können. Aber meine Tochter lebt mir vor, wie schön es ist, einfach sie selbst zu sein. Sie kann über sich lachen und findet so viele Sachen im Leben lustig und hat mit so vielen Leuten Spaß! Ich bin froh, dass ich mich mit Hilfe der gesunden Kommunikation für sie einsetzen kann. So kann ich ihr Bürgerrechts-Agitator sein, ohne Porzellan zu zerdeppern.

Über meinen Sohn kann ich sagen, dass er bei alt und jung in hohem Maß beliebt ist. Ich kann auch sagen, dass er es hinkriegt, zwischen Cyberworld und Fußball, Schule und seiner speziellen Schwester zu leben. Mein Sohn hat schon einen Teil der gesunden Kommunikation internalisiert und denkt auch entsprechend.

Ich möchte gern ein guter Berater meiner Kinder bleiben, auch dann, wenn sie älter sind. Deshalb ist mir eine gute Beziehung wichtig. Die gesunde Kommunikation hilft mir, diese Beziehung zu pflegen.

"Wenn sich einer ändert, ändern sich alle."
Was möchtest du gerne anderen Eltern weitergeben?

Früher dachte ich immer, ich könnte reden. Ja, ich konnte ja auch reden. Irgendwann habe ich aber eingesehen, dass ich mit dem Reden nicht dahin kam, wo ich hin wollte. Das war eine wichtige Einsicht. Alle, die eine ähnliche Einsicht haben, profitieren vom ELTERN.training.

Auf jeden Fall lohnt sich das ELTERN.training auch dann, wenn der Partner nicht mitmacht. Denn es ist so: In dem Moment, indem ein Individuum in einem System wie zum Beispiel der Familie sein Verhalten ändert, ändert sich das ganze System. Denn alle anderen reagieren anders als bisher.

Kay Rurainski hat das ELTERN.training charmant aufbereitet, das finde ich klasse. Es bietet Gelegenheit, die eigene Kommunikation zu überprüfen und zu verändern. Besonders schön am ELTERN.training ist, dass es verstehbar und leistbar ist. Deshalb führt es dazu, tatsächlich erste Schritte in der gesunden Kommunikation zu gehen. So lernt man, ein Gespräch wirklich zu führen. Das kann man eigentlich gar nicht bezahlen. Das ist ja ein Geschenk.

Andrea und Edgar: "Elternkurs mit Nachhall."

Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Andrea und Edgar beim ELTERN.training die gesunde Kommunikation trainiert haben. Im Interview erzählt Andrea, welche langfristigen Wirkungen die Techniken der gesunden Kommunikation auf ihr Leben gehabt haben.

"Das Verhalten unseres Sohns hat uns oft herausgefordert."
Was war der Anlass für deine Teilnahme am ELTERN.training?

Unseren Sohn haben wir anfangs oft als herausfordernd empfunden. Er hatte viele Tobsuchts- und Wutanfälle. Aber wir wollten auf keinen Fall in die übliche Maschinerie hineinkommen, die viele Eltern ergreift: die Maschinerie, die von Streit und Strafen geprägt ist.

Deshalb habe ich nach alternativen Lösungen gesucht und das ELTERN.training von Kay Rurainski gefunden. Zuerst hat mein Mann den Elternkurs besucht, danach ich. Denn es war uns wirklich wichtig, dass wir beide das ELTERN.training machen. Nur so konnte jeder wirklich wissen, wovon er redet und an einem Strang mit dem anderen ziehen. Ich glaube nicht, dass es anders gut funktioniert.

"Sehr gute Erfahrungen mit Ich-Botschaften."
Was half dir besonders?

Wir haben im ELTERN.training neue Kommunikationsstrategien gelernt. Diese Kommunikationsstrategien haben wir schnell zu Hause ausprobiert und immer öfter angewandt. Schon bald haben wir gestaunt, wie viel bei den Kindern ankam, obwohl sie noch klein waren. Auf jeden Fall haben Aktiv Zuhören und Ich-Botschaften zu Hause das Leben leichter gemacht.

Zunächst fand ich es am schwierigsten, Ich-Botschaften zu formulieren. Denn das "Du" liegt einem einfach schnell auf der Zunge, weil man es so erlernt und verinnerlicht hat. "Du hast dein Zimmer nicht aufgeräumt", "Du hast deine Schwester geärgert." Bei sich und den eigenen Gefühlen zu bleiben, war eine der besonderen Herausforderungen der neuen Sprache. Doch immer, wenn Ich-Botschaften gelungen sind, waren die Erfahrungen sehr gut.

Deshalb habe ich diese Art der Kommunikation auch viel auf die Partnerschaft und alle anderen Beziehungen rundherum übertragen.

"Die Erkenntnis, dass Eltern inkonsequent sein dürfen, hat mich aufatmen lassen."
Was ging dir nahe?

Immer wieder wird von Eltern gefordert, Regeln aufzustellen und konsequent zu sein. "Sonst tanzen Ihnen die Kinder auf der Nase herum", heißt es dann in Erziehungsratgebern. Aber Eltern müssen nicht immer konsequent sein! Vor allem diese Einsicht, die ich im ELTERN.training gewonnen habe, war nützlich für mich. Denn sie hat mir den Druck genommen, immer auf die Einhaltung von Regeln bestehen zu müssen. Außerdem hat sie die Angst vor der Inkonsequenz aufgelöst. Schließlich passen Regeln nicht immer gleich gut – denn nicht jeder Tag ist wie der andere. Deshalb dürfen Eltern an einem Tag so und an einem anderen Tag anders entscheiden, vorausgesetzt, sie haben eine gute Begründung.

Es ist so, wie Kay immer wieder betont: Kinder können gut mit situationsbedingten Entscheidungen umgehen; sie schätzen sie mit der Zeit. Wir haben immer wieder erlebt, dass es viel einfacher ist, je nach Situation zu handeln, als zu sagen: "Das geht nicht, weil wir eine Regel aufgestellt haben." Kinder können gut akzeptieren, dass sie z. B. im Restaurant die Pommes mit der Gabel aufpicken müssen, obwohl sie zu Hause mit den Fingern essen dürfen. Und sie verstehen auch, wenn an einem Tag mal keine Freunde kommen dürfen, weil Mama Kopfweh hat, aber ein anderes Mal Besuch okay ist.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Punkt, den ich bis heute sehr eindrucksvoll finde. Er betrifft das Aktiv Zuhören. Wer zuhört, solle neutral und offen sein, als schaue er durch eine Kamera, hatten wir durch Kay gelernt. Wenn ich bewusst zuhören möchte, denke ich immer wieder daran. Deshalb empfinde ich diesen Tipp als sehr hilfreich.

"Unsere Kinder haben die Gesunde Kommunikation verinnerlicht."
Was hat sich in deiner Familie verändert?

Von Anfang an war unser Anspruch, so oft wie möglich anzuwenden, was wir lernen. Tatsächlich haben wir es über die Jahre geschafft, die gesunden Kommunikationstechniken immer wieder mal mehr und mal weniger in unser Leben einzubinden. Dadurch, dass wir versucht haben, die Bedürfnisse der Kinder und Eltern mit einzubeziehen und Kompromisse zu erarbeiten, wurde vieles einfacher. Auf jeden Fall sind die Veränderungen, die das ELTERN.training bewirkt haben, nachhaltig! Denn nicht nur ich und mein Mann nutzen die Werkzeuge der gesunden Kommunikation. Der Kerngedanke ist auch auf die mittlerweile jugendlichen Kinder übergeschwappt. Sie sind es gewohnt, auf ihre Gefühle zu achten. Außerdem können sie ihre Gefühle, wenn es ihnen sinnvoll erscheint, mitteilen. Das ist wichtig, um Konflikte zu klären und Beziehungen zu festigen.

Was möchtest du gerne anderen Eltern weitergeben?

Es lohnt sich, das ELTERN.training früh zu machen, also dann, wenn die Kinder noch klein sind. Denn mit Hilfe der tollen Methode und konkreten Anweisungen, wie man sich verhält, lässt sich schon bei kleinen Kindern sehr viel erreichen. Auf diese Weise entstehen viele Probleme erst gar nicht. Sätze wie "Das macht man nicht", die ohnehin nur Widerstand herausfordern, werden überflüssig. Schon kleine Kinder sind offen für Argumente und sehr verständig. Selbst wenn ich auf die Pubertät unserer Kinder zurückblicke, kann ich mich an kein konkretes Problem erinnern.

Stefanie und Sandro: "Begleitende Unterstützung bei selektivem Mutismus"

Stefanie und Sandro sahen, wie ihre Tochter unter selektivem Mutismus litt und in Anwesenheit anderer schwieg, obwohl sie zuhause viel und fehlerfrei sprach. Im ELTERN.training erlernten sie Kommunikationswerkzeuge, um ihre Tochter besser zu unterstützen. Zusammen mit einer speziellen Therapie konnte sie die Sprechangst schrittweise überwinden und auch außerhalb der Familie wieder sprechen.

"Unsere kleine Tochter sprach nur noch mit uns und ihrem kleinen Bruder."
Was war der Anlass für Ihre Teilnahme am ELTERN.training?

Unsere Tochter hatte schon im Alter von zweieinhalb Jahren einen sehr guten Wortschatz. Außerdem konnte sie bereits ganze Sätze bilden. Trotzdem stellte sie plötzlich das Sprechen weitgehend ein. Also sprach sie weder mit nahen Verwandten noch mit Erzieherinnen und Kindern im Kindergarten. Stattdessen redete sie nur noch mit meiner Frau, mit mir und mit ihrem kleinen Bruder.

Der Grund für ihr Schweigen lag in keinem konkreten Auslöser, sondern in der Schüchternheit unserer Tochter. Denn sie führte zu dem Wunsch, möglichst unauffällig zu sein. Deshalb suchten wir nach einer Therapie für unsere Tochter und fanden durch das Therapeutennetzwerk Herrn Rurainski.

Damals wussten wir noch nicht, wie wichtig neben der Therapie auch die Erziehungsberatung und die Vermittlung gesunder Kommunikationstechniken sein würden. Zunächst bestand unsere Motivation nur darin, unserer Tochter zu helfen, den Mutismus zu überwinden.

"Weniger Wutausbrüche durch Aktiv Zuhören."
Was half Ihnen besonders?

Die Kommunikationstechniken, die Herr Rurainski mit uns Eltern in Rollenspielen übte, waren Werkzeuge, die wir schnell wirkungsvoll einsetzen konnten. Immer wieder spielten wir gemeinsam schwierige Erziehungssituationen durch, die wir tatsächlich erlebt hatten. Dabei überlegten wir, wie wir mit diesen Situationen besser hätten umgehen können. Vor allem das aktive Zuhören führte zu schnellem Erfolg. Denn es sorgte dafür, dass mancher Wutanfall unserer Tochter schnell und einfach verpuffte. Damals hatte unsere Tochter zu Hause starke Wutanfälle durch ihren aufgestauten Frust, den das Nicht-Reden verursachte. Außerdem hatte sie ein großes Kontroll- und Machtbedürfnis, weil sie sich anderswo – zum Beispiel in der Kita – durch das Nichtvorhandensein der Sprache nicht durchsetzen konnte.

"Nach einem guten Jahr brach endlich das Eis."
Was ging Ihnen nahe?

Es war toll, mitzuerleben, wie nach einem guten Jahr endlich das Eis brach und unsere Tochter wieder mit anderen Menschen zu sprechen begann. Bis dahin hatte Herr Rurainski natürlich nicht nur mit uns, sondern auch mit unserer Tochter gearbeitet. Dabei hatte er die Systemische Mutismus-Therapie von Dr. Boris Hartmann angewandt. Während dieser Therapie hatte unsere Tochter viel Spaß, denn die Therapie war sehr spielerisch gestaltet. Nicht nur aus diesem Grund war das wöchentliche Treffen mit Herrn Rurainski für unsere Tochter ein echtes Highlight, sondern auch deshalb, weil sie in der Kita keine Freunde hatte. Sie sprach ja nicht und beteiligte sich nicht an Spielen. Herrn Rurainski förderte ihr Selbstwertgefühl durch Spiele, in denen sie stark erschien, und malte viel mit ihr.

Nach einigen Monaten gemeinsamer Arbeit und Therapie begann unsere Tochter, Geräusche zu machen, laut zu lachen und zu kreischen. Sie machte sich also stimmlich wieder bemerkbar, anfangs aber noch ohne die Nutzung verständlicher Wörter. Als Herr Rurainski wieder einmal bei uns war, brach schließlich das Eis. Das klappte durch paradoxe Intervention. So sagte er, er wolle auf keinen Fall, dass sie "tschüss" zu ihm sage. Natürlich machte es ihr einen Riesenspaß, genau dieses Wort zu sprechen! Zuerst verstellte sie noch ihre Stimme, dann sprach sie ganz normal.

Noch am selben Tag redete sie auch mit ihrer Tante, die zu ihr sagte: "Auf keinen Fall möchte ich jetzt 'Schmetterling' hören". "Schmetterling", "Schmetterling", war das Ergebnis. Nach ein, zwei Wochen sprach unsere Tochter auch öfter in der Kita mit der Erzieherin, dann auch mit immer mehr Kindern. Heute, mit viereinhalb Jahren, traut sie sich, fremde Kinder anzusprechen, mit denen sie spielen will. Sie singt auch im Chor. Bei Menschen, die sie nicht kennt, ist sie aber immer noch schüchtern.

Was hat sich in Ihrer Familie verändert?

Wir Eltern hören aktiv zu und formulieren Ich-Botschaften – immer dann, wenn Situationen konfliktgeladen sind. Obwohl unsere Tochter noch klein ist, merken wir, dass auch sie diese Kommunikationsmuster übernimmt. Infolgedessen kann sie schon gut eigene Bedürfnisse äußern und erklären, was ihr wichtig ist. Sie kann auch ihre Gefühle sehr treffend ausdrücken. Als sie zum Beispiel erfuhr, dass ihr bester Freund bald in einen anderen Kindergarten gehen wird, äußerte sie sehr klar ihre Traurigkeit. Sie erklärte auch ihre Befürchtungen, dass die Freundschaft nicht weiter bestehen könnte. Das ermöglicht uns als Eltern, in der Situation gut auf sie einzugehen.

"Wir fühlen uns sicherer im Umgang mit Konflikten."
Was möchten Sie gerne anderen Eltern weitergeben?

Die gesunde Kommunikation, die wir bei Herrn Rurainski erlernt haben, hat uns sehr geholfen, unsere Tochter bei der Überwindung ihrer Sprechangst zu unterstützen. Aber auch bei den ganz alltäglichen Herausforderungen, die Kindererziehung mit sich bringt, sind die Kommunikationstechniken unglaublich hilfreich. Wir fühlen uns sicherer im Umgang mit Konflikten und führen insgesamt einen harmonischeren Umgang miteinander. Wir können allen Eltern nur empfehlen, sich mit der gesunden Kommunikation zu beschäftigen.

Weitere Stimmen aus früheren Kursformaten

Neben den ausführlichen Erfahrungsberichten gab es viele kürzere Rückmeldungen aus früheren Auflagen, Präsenz-Trainings und begleitenden Kursformaten. Einige davon zeigen sehr konkret, was Eltern im Alltag bemerkt haben.

Mehr Ruhe und weniger Streit

Viele Eltern beschreiben, dass Konflikte im Alltag weniger schnell eskalieren und das Familienleben spürbar ruhiger wird.

"Meine Kinder und ich gehen gleichberechtigter miteinander um; es gibt weniger Spannungen und Streit."

Eva J.

"Unsere Konflikte werden oft schneller und leichter gelöst. Die Kinder finden ganz tolle Lösungen, auf die wir Eltern vielleicht nicht kommen würden."

Nadja N.

"Es gibt fast keine Streits mehr, in denen die Kommunikation unmöglich geworden ist."

Katrin P.

Kinder reagieren anders

Einige Rückmeldungen zeigen, dass Kinder auf veränderte Kommunikation oft offener, kooperativer oder gesprächsbereiter reagieren.

"Unser 5-jähriger Phillip hat bemerkt, dass wir einerseits mehr auf ihn eingehen und andererseits mehr unsere Bedürfnisse klar machen. Das Komische: Er akzeptiert sie plötzlich."

Georg T.

"Mein Kind reagiert sehr gut darauf, es öffnet sich und wurde sehr viel selbstständiger, verantwortungsbewusster und selbstbewusster."

Sigrun D.

"Kinder bringen plötzlich selbst sinnvolle Lösungsvorschläge."

Martin T.

Klarer sprechen und besser zuhören

Hier geht es um Erfahrungen mit Aktivem Zuhören, Ich-Botschaften und klarerem Sprechen im Familienalltag.

"Ich nehme meine Kinder mehr wahr, wie es ihnen mit ihren Problemen geht. Wenn ich das Problem besitze und Ich-Botschaften anwende, nehmen die Kinder mich mehr an und die Probleme werden schneller gelöst."

Martina E.

"Wenn ich mit Ich-Botschaften oder aktivem Zuhören auf mein Kind zugehe, finden wir schnell eine Lösung und die Stimmung ist gut und harmonisch."

Andrea M.

"Wenn ich meinen Kindern aktiv zugehört habe, ohne ihr Problem zu übernehmen, wurde ich selbst entspannter und ruhiger. Auch dann, wenn ich ihre Sicht nicht sofort logisch fand oder sie nicht meiner eigenen Einstellung entsprach. Diese Spannung auszuhalten, war für mich herausfordernd."

Hans-Peter T.

Eigene Muster erkennen

Viele Veränderungen beginnen damit, dass Eltern ihren eigenen Ton, ihre gewohnten Reaktionen und alte Kommunikationsmuster klarer wahrnehmen.

"Ich beobachte mich im Umgang mit meinen Kindern bewusster und achte auf die neuen Verhaltensweisen. Da ich nicht mehr so explosiv reagiere, sind die Kinder auch viel kooperativer."

Yvonne C.

"Eigene Bedürfnisse erkennen und formulieren können. Zuhause verfallen wir immer weniger in die alten Strukturen."

Andreas G.

"Mein Bewusstsein, was ich im Alltag immer wieder sage, wie ich reagiere ... ich merke immer wieder, wie ich in alte Muster zurückfalle."

Famu E.

Übung, Dranbleiben und Rückfälle

Gesunde Kommunikation entsteht nicht durch Verstehen allein. Viele Rückmeldungen zeigen, dass Übung, Wiederholung und Rückfälle zum Lernprozess gehören.

"Die Anwendung des Gelernten fällt nicht immer leicht, aber Übung macht den Meister."

Markus M.

"Dennoch fällt mir das Umsetzen schwer und ich ertappe mich häufig dabei, wieder in alte Muster zu fallen. Es ist zum Haareraufen! ... Ganz nach dem Motto 'steter Tropfen höhlt den Stein'."

Tanja G.

"Wir sind auf einem guten Weg. Es gilt, das Gelernte anzuwenden und noch zu feilen."

Anne K.

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